Der Vulkan Villarrica – atem(be)raubend – Januar 2015

Hast du schon einmal einen Vulkan bestiegen? Nein? Ich bisher auch nicht.

Hier in Pucon mit Amity Tours hat sich mir die einmalige Gelegenheit geboten. Die ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte. Ein bisschen gezweifelt habe ich zunächst schon, schließlich ist der gewaltige, 2.847 Meter hohe Vulkan Villarrica mit seiner schneebedeckten Spitze bereits von Pucón aus zu sehen und gehört mit zu den aktivsten Vulkanen Südamerikas. Und ich kam grade aus einem 3,5 wöchigen Kuba-Urlaub, in dem ich nicht wirklich viel Sport gemacht und auch keine Berge erklommen habe. Dennoch habe ich diese Herausforderung angenommen. Und es hat sich gelohnt kann ich euch sagen!!!
Die Vorbereitungen für die Vulkanbesteigung beginnen schon einen Tag zuvor. In der Agentur wird jedem Teilnehmer eine wind- und wasserdichte Überziehhose sowie eine Jacke und Schuhe zur Verfügung gestellt. Die galt es anzuprobieren, damit am Tag des Ausflugs kein unnötiger Stress mehr entsteht. Außerdem wurde mir von Suzi noch ein Merkzettel mit auf den Weg gegeben, ein Alkoholverbot für den Abend ausgesprochen und Pasta als Abendessen empfohlen. Schließlich sollen alle fit und gut gestärkt am nächsten Morgen auf den Vulkan steigen können. Und Energie braucht man!

Am Morgen des Aufstiegs habe ich gegen 6:00 Uhr mein Reiseproviant gepackt (Wasser, Sandwich, Schokolade, Obst. Hauptsache Nahrung mit viel Energie) und mich auf den Weg gemacht. Für 6:30 Uhr war das Treffen angesetzt. Unsere Ausrüstung stand schon individuell für jeden Teilnehmer zusammengestellt in Boxen bereit. Insgesamt bestand sie aus festen Wanderschuhen, Gamaschen, einer wetterfesten Überziehhose sowie Jacke, Eispickel, Steigeisen, Handschuhen, Tellerschlitten und einem Rucksack. Schuhe und Gamaschen haben wir bereits vor Ort angezogen, alle weiteren Utensilien sowie Proviant haben wir in den Rucksäcken verstaut. Und los ging‘s im Van zur Talstation des Villarrica Vulkans. Dort angekommen sind wir mit einem Sessellift chilenischer Bauart (sehr interessant wenn man sonst nur die modernen Skilifte aus Österreich kennt) etwa 400m höher zur Schneegrenze gefahren, wodurch uns eine weitere Stunde Aufstieg erspart wurde. „Wir“, das sind übrigens 12 Teilnehmer begleitet von 4 erfahrenen und vor Energie sprühenden Tourguides.

Auf einer Höhe von etwa 1.800 Metern begann nun unser Aufstieg auf den Villarica Vulkan. Und 4 Stunden später werde ich völlig erschöpft aber überglücklich 1.000 Höhenmeter überwunden haben und auf der Spitze des Vulkans stehen. Aber zu dieser Zeit weiß ich das noch nicht.

Bei der Endstation des Sessellifts haben wir mit Hilfe unserer 4 Guides die restliche Ausrüstung angelegt und – ganz wichtig – das Gesicht noch einmal ordentlich mit Sonnencreme eingecremt. Die ersten Schritte im Schnee mit den Steigeisen an den Füßen und dem Eispickel in der Hand waren noch etwas ungewohnt, aber dank der guten Erklärungen hat sich das bald gelegt. Nach etwa 30 Minuten Aufstieg haben wir die erste Pause eingelegt, in der getrunken, gegessen und wiederholt das Gesicht eingecremt wurde. Das sollte die Routine jeder Pause werden. Von diesem Punkt aus konnte ich bereits etwas sehen, das aussah wie ein Gipfel. Leider war das weit gefehlt. Dieser „Gipfel“ war ein Plateau und der Ort für unsere zweite Pause. Von dort aus hatte man einen einmaligen Blick ins Tal und auf den See Villarrica und unser Bergführer Claudio hat uns erklärt, was wir alles sehen können.

Nach dem immer gleichen Verfahren essen, trinken, Sonnencreme, ging der Aufstieg weiter. Mein Atem ging zu diesem Zeitpunkt schon schneller, die ersten Ermüdungserscheinungen stellten sich ein. Nicht so bei unseren Guides. Die sind neben uns den Berg hochgelaufen (wirklich gelaufen!), wieder runter, nach rechts, nachgefragt wie es uns geht, gesungen. Unglaublich! Diese Energie und gute Laune hat uns glaube ich allen geholfen weiterzugehen. Denn spätestens nach der dritten Pause war bei mir nicht mehr an singen zu denken. Ich war froh wenn ich in einheitlichem Tempo und mit kleinen Schritten den anderen hinterhertrotten konnte. Dieser Abschnitt zwischen Pause 3 und 4 war für mich der anstrengendste, denn wir waren schon seit einer gefühlten Ewigkeit unterwegs und noch immer nicht am Ziel. Dann hat allerdings der Ehrgeiz zugepackt, schließlich wollte ich unbedingt den Gipfel erreichen! Hier, im letzten Abschnitt des Berges, war alles nur eine Sache des Kopfes.

Und dann, nach etwa 4 Stunden Wanderung, standen wir oben. Was für ein Gefühl! Ich stand neben dem Krater eines aktiven Vulkans auf einer Höhe von 2.847 Metern und habe den ganzen Weg allein zurückgelegt! (ja, ich weiß, rational gesehen war es nicht der ganze Weg, zu dem Zeitpunkt war mir das aber egal). Wir haben sogar versucht einen Blick in den Krater zu werfen, die Schwefeldämpfe machten das Atmen dort aber so gut wie unmöglich. Und wie Claudio uns erklärte kann man die Lava schon seit etwa 4 Jahren nicht mehr sehen. Was man allerdings super sehen konnte war ein Teil der Region Araucanía, mit dem See Villarrica und Pucón zu unseren Füßen und weiteren Bergen und Vulkanen in der Ferne.

Nach einer ausgiebigen Pause und der immer gleichen Routine essen, trinken, Sonnencreme, haben wir uns an den Abstieg gemacht. Der „Abstieg“ war allerdings eher ein „Abrutschen“, denn wir haben uns einfach auf den Hintern gesetzt und sind in einer Art Fahrrinnen den Vulkan hinuntergerutscht. Das war wirklich die mit Abstand längste Rutschpartie, die ich je gemacht habe! Die Ausgelassenheit der Gruppe zu dieser Zeit war kaum zu überhören!

An der Schneegrenze angekommen mussten wir doch noch ein Stück zu Fuß zurücklegen, bis wir dann alle erschöpft aber überglücklich am Van angekommen sind.

Zurück in der Agentur gab es ein wenig Saft und Obst zur Stärkung und ich bin mir zu diesem Zeitpunkt sicher: wenn ich noch einmal die Gelegenheit bekomme den Vulkan zu besteigen, dann tue ich das! Vielleicht nicht direkt morgen, ein bisschen Entspannung muss ich meinen Muskeln doch gönnen, aber zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich! Vielen Dank an Amity Tours und Claudio & sein Team!

 

Und wenn ihr nun auch Lust bekommen habt: dann sichert euch jetzt euer einmaliges Abenteuer!

Special Departure Chile 7 days Bike and Hike in the Araucarias Biosphere Reserve Tour December 2014

Amity Tours invites you to discover the Lake & Volcano District hiking and cycling Chile’s southern roads. Explore this fascinating part of the country dominated by clear-water lakes and amazing live volcanoes. Together with friendly locals, you will pedal alongside the Araucarias Biosphere Reserve, including the Andes mountains, green rolling meadows and through national parks, climb active volcanoes, visit villages and relax in soothing natural hot springs. This is the perfect way to spend New Years Eve in South America.

Special Departure: Bike and Hike in the Araucarias Biosphere Reserve, Chile 7 days tour, December 2014

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